Am Anfang habe ich viel zu viel geschnitten, weil ich dachte, der Baum muss „ordentlich“ aussehen. Inzwischen lasse ich deutlich mehr stehen und konzentriere mich nur auf das, was wirklich stört: nach innen wachsende Triebe, Kreuzungen und ganz schwache Zweige.
Was ich gelernt habe: Wenn man sich vorstellt, dass ein kleiner Vogel durch die Krone fliegen können sollte, trifft man meistens die richtige Menge. Seit ich darauf achte, sind die Früchte größer und reifen gleichmäßiger.
Ich schneide die meisten Bäume im Spätwinter, wenn es frostfrei ist. Da sieht man die Struktur besser und die Bäume treiben im Frühjahr kräftig nach. Bei Pfirsich und Aprikose bin ich vorsichtiger und schneide lieber nach der Ernte, das hat bei mir Krankheiten reduziert.
Ich habe mir angewöhnt, beim Schneiden immer mal wieder ein paar Schritte zurückzugehen und den Baum aus der Entfernung anzuschauen. Dadurch fällt schneller auf, ob die Form stimmig ist oder ob man an einer Stelle zu viel weggenommen hat.
Vielleicht hat ja jemand andere Erfahrungen oder Tipps – ich lerne da selbst immer noch dazu.
